Compay Ramon

Zum Mittag sind wir bei „Compay Ramon“ (Compay/Compadre: Gevatter/Kumpel), wo wir wieder einmal ein hervorragendes und üppiges Mittagessen bekommen. Danach zeigt uns Ramon, wie man hier Kaffee auf dem Land getrunken hat: das Rösten der Kaffeebohnen über Holzkohlefeuer, das Zerstampfen und Mahlen der gerösteten Bohnen und das Brühen mit einem sockenartigen Stofffilter. Das Ergebnis ist ein starker aber nicht bitterer Kaffee, ähnlich einem milden Espresso. Ein Genuss – auch wahlweise mit braunem Zucker und weißem Rum. Ich probiere alle Varianten 😁

Nach diesem, sich bis in den frühen Nachmittag hinziehenden Mahl, beschließen sieben Zwölftel unserer Gruppe wegen der heute sehr hohen Temperaturen (😜), die folgenden Museumsbesuche gegen eine Siesta im Hotel einzutauschen. Eine gute Entscheidung, der ich mich anschließe.

Bayamo

Gegen Mittag halten wir in Bayamo, welche auch als Geburtsstadt der kubanischen Nation bezeichnet wird. Bayamo war die erste Stadt, die im vorletzten Jahrhundert den Spaniern im Befreiungskrieg abgenommen wurde. In einer typischen Calesas, einer Kutsche erkunden wir die Stadt.

Einkauf

Unterwegs auf der ‚Autobahn‘ Richtung Santiago de Cuba halten wir an einer Raststelle. Im Shop funktioniert sogar Kreditkartenzahlung (das zweite Mal bisher). Das muss ich nutzen:

Leider gibt es aber gerade keine Cola, noch nicht mal die einheimische Sorte. Aber so ist das eben hier. Man muss die Chancen nutzen, wie sie sich ergeben: duschen wenn es Wasser gibt, rasieren wenn es warmes Wasser gibt, einkaufen was gerade vorrätig ist…🙂

Unterwegs

Heute steht ein langer Ritt im „neuen“ Bus an. Wir verabschieden unseren bisherigen Fahrer Enrique mit einem ordentlich Trinkgeld und begrüßen den neuen Fahrer Oscar, der uns mit einem baugleichen chinesischen Yutong Bus kutschiert.Der Bus ist nicht sehr groß, hat aber Klimaanlage und 24 Sitzplätze. So hat jeder, wenn er möchte, einen Doppelsitz für sich und sein Kuscheltier 😜 Shaun freut sich über den Freiraum, auch wenn die Beinfreiheit für mich nicht gerade üppig ist. Nette Geschichte am Rande: unser österreicher Paar hat von den Enkeln Kuscheltiere dabei, die sie hier am Ende der Reise an Kinder verschenken wollen. Eine tolle Idee wie ich finde.

Auf den schlechten Straßen ist unser Bus mit bis zu 75 km/h unterwegs. So kommt man ungefähr auf einen 55er Schnitt. D.h. für die heutige 350km Etappe brauchen wir 6 bis 7h reine Fahrzeit.

Es empfiehlt sich nicht, dicht hinter anderen Fahrzeugen herzufahren, da die „metertiefen“ Schlaglöcher die Fahrer oft zu heftigen Ausweich- und Bremsmanövern veranlassen. Aber generell wird sehr rücksichtsvoll und vorausschauend gefahren. Überholmanöver werden mit einem kurzen Zweifachhupen eingeleitet, welches bedeutet ‚Achtung, ich komme von hinten, bitte nicht nach links ausscheren‘.