Und dann geht es los: laufende Polizeikontrollen (allein 6! auf 2km kurz vor Nuakschott 😵) und alle wollen sie einen „Fisch“🙄 Ja wir wissen schon – sie wollen von uns eine Kopie unseres Reisepasses, aber bei der Anzahl von Kontrollstellen wären unsere Kopien von Dokumenten, die wir dabei haben, innerhalb 2h aufgebraucht. Soviel Fische kann man gar nicht dabei haben. Im Auto mit Anhänger vlt. Außerdem stinken die vielen Fische ja irgendwann 😜… Also stellen wir uns dumm und die Kontrolleure müssen sich ihre Kopien selbst machen oder sie winken uns durch, weil sie darauf keinen Bock haben.
Die Straßen sind durchwachsen, gute Abschnitt wechseln sich mit Schlaglochpisten ab.
Noch vor dem Frühstück packen wir die Motorräder und starten gegen 9 Uhr Richtung Grenze. Auf marokkanischer Seite haben wir „nur“ 3 Büros und 2 Endkontrollen zu meistern. Das Niemandsland zwischen den 2 Grenzabfertigung gleicht einer kleinen Offroad-Einlage. Bei der Einreise nach Mauretanien sind es dann ca. 7 Anlaufstellen und eine Endkontrolle – ganz genau können wir es gar nicht sagen, da wir einen Bekannten haben, der an der Grenze arbeitet und uns relativ zügig durch die einzelnen Stationen führt. Inkl. Foto, Fingerabdrücke usw. Das ist natürlich ein unschätzbarer Vorteil, so einen Helfer zu haben, denn schon allein die Reihenfolge der Anlaufstellen richtig mitzubekommen ist nicht einfach.
Aber irgendwann haben wir es gegen 11:30 Uhr mauretanischer Zeit (12:30 marokkanische Zeit bzw. 13:30 in Dtl.) – also nach nur 2h – geschafft und rollen auf mauretanischen Straßen.
Gestern Abend wurde es wieder spät, bis der folgende Tag besprochen, die Fotos grob reduziert und der Blog geschrieben war.
Nach dem Frühstück machen wir einen kleinen Check der Motorräder. Ich habe einen ziemlich hohen Ölverbrauch. Das müssen wir im Auge behalten. Und so kommen wir erst nach 10 Uhr los.
Wir fahren erst einmal auf Dakhla zu, wo es zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Die Strecke dorthin ist eintönig und wieder windig. Das Terrakottabraun der Steinwüste wechselt langsam zu einem hellen Beige. Und zu den allgegenwärtigen Kamelwarnschildern gesellen sich endlich auch einmal ein paar Kamele.
Bei einer kleinen Tank-Mittags-Pause kaufen wir uns ein paar Bananen. Reif und lecker🙂
Als wir gegen 16 Uhr in der Nähe von Dakhla sind, beschließen wir aber noch 2 Stunden Richtung mauretanische Grenze zu fahren. Doch kurz darauf erwischt uns ein richtig starker Sand- und Staubsturm. Die Sichtweite beträgt teilweise nur 5m. Der Wind kommt zwar von hinten, was ja erst einmal besser ist als Gegenwind. Das hat aber einen anderen Nachteil: die Motoren laufen heiß, da die Kühlung durch den Fahrtwind fehlt. Aber die großen Lüfter der Wasserkühlung der Transalps schaffen es dann doch, die Temperaturen im Zaum zu halten.
Mitten im Staubsturm wird auch noch ein Tankstopp fällig. Und wie es der Zufall will, laufen auch noch zwei junge Schweizer auf BMW Sportmotorrädern ein und kurz darauf zwei Italiener auf Reiseenduros. Alle aus dem Senegal kommend. Da ist natürlich ein kurzer Erfahrungsaustausch fällig, auch wenn die Umstände nicht gerade gemütlich sind.
Kurz nach 19 Uhr, nach 715km Tagesetappe, sind wir in Bir Gandouz im Hotel Barbas. Das Hotel ist nicht der Knaller, aber das Essen ganz ok. Außerdem haben wir es morgen nur 90km bis zur mauretanischen Grenze 🙂
Wir sind in dem zu Marokko gehörenden Gebiet Westsahara angekommen. Die Polizeikontrollen nehmen zu und wir werden als Motorradfahrer nicht mehr einfach durchgewunken, sondern müssen auch einmal unseren Paß vorzeigen (siehe auch Westsaharakonflikt)
Nach 590km reicht es uns für heute und wir checken in Marsa Laayune im Hotel Beauport ein. Ein kleiner Abendspaziergang beschert uns noch ein leckeres Abendessen aus einer Garküche am Straßenrand.
Es gibt Linsen als Vorspeise und Fleischspieße (Hühnchen und Pute) als Hauptgericht 🙂👍
Am Morgen gibt es ein gutes Frühstück auf der schönen Terrasse des Gästehauses Maison de Soleil.
Dann fahren wir gestärkt über die R104 erst einmal Richtung Westen an die Küste und folgen dieser dann nach Süden. Die Straße ist in hervorragendem Zustand, wenig befahren und geht kurvenreich durch die bergige Landschaft. Ein Traum für Motorradfahrer.
Irgendwann müssen wir dann aber doch wieder über die N12 auf die große neue N1. Diese ist mittlerweile 4 spurig ausgebaut und auch in einem super Zustand. Die alte N1 sieht man manchmal noch halb verschüttet neben der neuen Straße.
Dann führt und das Navi über eine Auffahrt auf einen neuen Straßenabschnitt. Wir wundern uns, dass wir hier die Einzigen sind, bis wir realisieren, dass dieser Abschnitt wohl noch nicht freigegeben ist. Die später querstehenden Baufahrzeuge bestätigen die Vermutung. Für Christian folgt dann noch eine unfreiwillige Offroad-Einlage , da er die neue Straße verlässt und dann nicht auf den aufgeschütteten Damm zurück kann. Er muss nebenher auf einer unbefestigten Piste fahren, bis wir wenige Kilometer später wieder zusammenfinden.
Bei Tan-Tan nehmen wir nicht die Umgehungsstraße, sondern fahren zum Mittagessen in die Stadt.
Mittlerweile befinden wir uns in Höhe der Kanaren (Teneriffa, Fuerteventura usw.), die nur ca. 100km westlich von uns im Atlantik liegen.
Die Landschaft hat sich auch geändert. Jetzt dominieren Sand und Steine anstatt Obst- und Gemüseplantagen.
Am Nachmittag folgt noch eine Orgie aus Staub – und Sandsturm sowie starken Seitenwind, die uns wieder mal das Leben schwer machen. Selbst auf der Straße bilden sich kleine Sanddünen.
Gegen 12:30 Uhr fahren wir weiter Richtung Agadir und Tiznit auf nicht-maupflichtigen Straßen. Südlich von Marrakesch wird die Landschaft viel interessanter – teilweise hügelig, viele Plantagen. Wir kommen auf den guten, wenig befahrenen Straßen zügig voran. Kurz vor Agadir überqueren die westlichen Ausläufer des hohen Atlas. Dabei kommen aber auch wieder die Regenjacken zum Einsatz. Und uns geht fast der Sprit aus, da eine Tankstelle kein Benzin hat. Gerade so schaffen wir es nach dem Gebirgszug noch zur nächsten Tankstelle.
In Tiznit haben wir wieder eine schöne Unterkunft bei sehr netten, ausschließlich französisch sprechenden Gastgebern.
Blick von der Terrasse :
Zum Abendessen empfiehlt uns uns unser Gastgeber ein Restaurant („Im Schatten des Feigenbaums“) …
… und bringt uns sogar noch persönlich hin. Das Essen ist super und viel preiswerter als gestern in Marrakesch.
Da wir heute erst 12 Uhr in unserem Hotel in Marrakesch auschecken müssen, nutzen wir den Vormittag und schauen uns die Altstadt (Medina) und ein paar Märkte (Souks) an. Der Geruch der Gewürze und der Lederbearbeitung oder den Metallhandwerkern zuzuschauen … das alles hat schon was🙂
Auf unserer Weiterfahrt nach Marrakesch kämpfen wir uns durch einen Sandsturm, Regen und starken böigen Seitenwind, der den Benzinverbrauch drastisch in die Höhe schnellen lässt. Aber das Tankstellennetz ist hier sehr dicht und so kommen wir nach diesem wilden Ritt ziemlich geschafft gegen 20 Uhr in Marrakesch an. Als Belohnung gönnen wir uns jeder eine leckere Tajine – einmal in der Variante Lemmon Chicken und einmal Rindfleisch mit Pflaumen.
In Casablanca wollen wir uns die große Hassan-II.-Moschee anschauen. Sie ist eine der größten Moscheen und hat das zweithöchste Minarett der Welt (200m). Und sie ist wohl die einzige Moschee in Marokko, die von Nicht-Muslimen besucht werden darf. Dass wir dann pro Person ca. 13 Euro Eintritt bezahlen müssen, verwundert mich aber dann doch. Aber die Dimensionen des Baus, sowohl innen als auch außen (Vorplatz) sind schon beeindruckend. Doch bzgl. Innengestaltung gibt es viel schönere Moscheen.
Gegen 8 Uhr (früher ging leider nicht) frühstücken wir in dem tollen Innenhof vom Hotel. Es gibt Pancakes , Brot, Marmelade, Butter, Schmelzkäse, frisch gepressten OSaft und Kaffee/Tee. Sehr lecker.
Bis wir gepackt und aufgesattelt haben, ist es doch wieder 9:30. Wir entscheiden uns dann für die mautpflichtige Autobahn, auf der man wohl ca. doppelt so schnell voran kommt, um zügig nach Casablanca zu gelangen.