Die Ponta de São Lourenço (zu deutsch „Sankt-Lorenz-Spitze“) ist ein Kap und Naturschutzgebiet ganz im Osten Madeiras. Das ist unser heutiges Ziel. Ich hätte allerdings an einem Montag Ende März nicht mit so vielen Wanderern gerechnet. Aber das Wetter ist top, windig & wolkenlos. Die Sonne hat schon mächtig Kraft. Und so können wir hier in der bombastischen Felslandschaft die Explosionen aus Farben, Formen, Flora und Fauna genießen.
Ein Rundgang durch Madeiras Hauptstadt Funchal führt uns vorbei an eindrucksvollen Gebäuden …
… zuerst zu einem der zahlreichen kleineren Parks, die (neben den großen botanischen Gärten hier) viele einheimische, aber auch exotische, Pflanzen beherbergen. Wie zum Beispiel dieser Seidenbaum …
… mit seinen tennisballgroßen, wie Baumwollkugeln aussehenden, Früchten:
Oder diese australische Schönheit hier:
Aber auch die Tierwelt präsentierte sich: zahlreiche Krabben auf den Wellenbrechern im Hafen.
Die Seilbahn zum etwas oberhalb von Funchal liegenden ‚Monte‘ war leider außer Betrieb. Warum und wann sie wieder fahren wird, war leider nicht herauszubekommen. Auch in der Markthalle im Zentrum der Stadt ist heute am Sonntag sehr wenig los. Also noch genug zu erkunden für die nächsten Tage. Dafür gab es aber noch etwas Straßenkunst anzuschauen 🙂
Pünktlich mit Beginn der zweiten Urlaubswoche starten wir mit EasyJet von Porto nach Madeira. Wobei – pünktlich ist relativ. Denn unser Flug verspätet sich um eine Stunde, da 2 Crewmitglieder vermisst werden 🙃 Eine Standby Crew musste einspringen.
Der Anflug auf Funchal Airport ist wie immer spektakulär. In der Luft windig holprig, an der Südostküste entlang auf der teilweise auf Betonpfeilern ins Meer hinaus gebauten kurzen Landebahn, hart abbremsend, die Passagiere klatschend …😜 Aber runter kommen sie ja schließlich alle, oder😁
Dann noch den Mietwagen übernehmen, am Supermarkt den Wochenendeinkauf erledigen und endlich die Ferienwohnung für die nächsten 7 Tage beziehen. Obwohl, Ferienwohnung ist wohl untertrieben. Das 3stöckige Haus mit Balkon auf jeder Etage, 2 Bädern, 2 Schlafzimmern, großer Küche mit Esstisch, Wohnzimmer mit Esstisch und Couch-Fernseh-Ecke usw. usf. … Aber das Haus ist sehr zentrumsnah (Funchal) und war recht günstig. Und der Ausblick ist toll.
Nach dem Stadt-Tag gestern ist heute wieder Natur angesagt. Es geht in den Nationalpark Peneda Geres (Portugals einzigem Nationalpark) nördlich von Porto, nicht weit von der spanischen Grenze entfernt. Tatsächlich bildet er mit dem angrenzenden spanischen Naturpark zusammen das grenzüberschreitende UNESCO-Biosphärenreservat Gerês-Xurés.
Als erstes steuern wir die Ruinen des überfluteten Dorfes Vilarinho das Furnas am gleichnamigen Stausee an. Im Zuge der Befüllung der Talsperre wurde 1970 das Dorf überflutet. In Jahren geringen Niederschlags ragt die Dorfruine aus dem Wasser. Aber jetzt, Ende März, ist der Stausee sehr gut gefüllt und vom versunkenem Dorf bis auf ein Mäuerchen nix zu sehen.
Dafür haben wir das Areal ganz für uns allein. Die Kassierhäuschen sind (noch) nicht besetzt, keine Touris unterwegs. Nur eine sich in der Sonne wärmende Natter liegt faul auf dem Weg herum.
Und auch einen schönen Wasserfall gibt es direkt am Wanderweg zu bestaunen.
Nach einem ausgiebigen Picknick schauen wir uns noch die große 4-armige Cavado Talsperre an.
Auf der Heimfahrt dann noch ein Stopp am Atlantik, an der Mole von Porto. Wir genießen Wind, Wellen und die tiefstehende Sonne.
Nach dem „Landschaftstag“ gestern im Douro-Tal, ist heute wieder ein „Stadttag“ angesagt.
Dieser sollte eigentlich mit dem Besuch der Kathedrale von Porto beginnen. Aber ein kurzer Blick in den, nur ein paar Meter entfernten, Bahnhof Porto São Bento zeigt Erschreckendes: Fast hätten wir dieses Kleinod direkt vor unserer Haustür übersehen!
Wunderschön, oder?
Aber dann geht es wirklich durch die Häuserschluchten…
…weiter zur Kathedrale.
4€ Eintritt sind fair (man/frau hat sich ja mittlerweile daran gewöhnt, dass für Gotteshäuser neben Ablass auch Einlass verlangt wird). Außer dem sehr schönen gekachelten Kreuzgang…
… ist es vor allem das Kirchenschiff mit dem goldig protzenden Altar, der ins Auge sticht:
Aber auch der Blick von den oberen Etagen ist sehr schön:
Den restlichen Tag verbringen wir auf neudeutsch chillend bei Postkartenwetter im schönen Porto.
Und eines darf natürlich als abendlicher Ausklang in der untergehenden Sonne nicht fehlen: Eine Francesinha …
… ein praktisch völlig kalorienfreier😂 Kleinstsnack😁, geeignet, um eine 5-köpfige Familie auf Tage satt zu bekommen. Mehr oder weniger vegan😜: Toastbrot, scharfe Würstchen, Rindersteaks, würzig-scharfe Bier-Tomaten-Soße… Das Ganze mit Käse überbacken… Übrigens, ‚Francesinha‘ bedeutet ‚kleine Französin‘. Na dann möchte ich aber keine ‚große Französin‘ auf dem Teller haben😂 Mahlzeit!
Shaun und Elfie nehmen heute den Silberblitz und wollen das Tal des Douro, der in Porto in den Atlantik mündet, flussaufwärts erkunden. Dazu sind Autobahnvermeidung und Navi-Zwischenpunkte eng am Fluss angesagt. Dafür geht es aber dann auch sehr langsam (max. 45er Schnitt) auf den kleinen und kurvenreichen Straßen voran. Unterwegs ein kurzer Stopp an einer Douro-Schleife:
Auf der Straßenseite gegenüber wildwachsende Cala (weiß) und Nickender Sauerklee (rapsgelb):
Nächster Stopp ist der Aussichtspunkt ‚Miradouro de São Leonardo da Galafura‘ – ein wunderschönes Fleckchen auf 645m Höhe mit einer kleinen Kapelle/Kirche und Blick auf den Douro und die Weinberge.
Als nächstes folgt das Touri-Highlight Pinhão. Bzw. der wohl am meisten fotografierte Bahnhof des Ortes. Die Innen- und Außenwände zeigen großflächige blaue Azulejo-Paneele mit Wein- und Landschaftsmotiven:
Beim nächsten angepeilten Stopp, dem angeblich mindestens so schönen Bahnhof von São João da Pesqueira, hat die KI wohl halluziniert. Wir finden weder eine Bahnlinie, noch einen (ehemaligen?) Bahnhof oder auch irgendwelche gekachelten Wandmotive. Egal. Weiter zum letzten Stopp. Dem Aussichtspunkt Miradouro de São Salvador do Mundo. Dieser, mittlerweile in Sonnenuntergangsstimmung, ist auch sehr sehr schön:
Den Rückweg nehmen wir dann über die Autobahn, um wenigstens gegen 21 Uhr wieder in Porto zu sein. Insgesamt ein sehr schöner, aber auch anstrengender Tag.
Nach einem gemütlichen und ausgiebigen Frühstück bestellen wir auf halb 11 ein Uber und lassen uns zum innerstädtischen Büro von Hertz fahren. Dort übernehmen wir unseren Mietwagen für die nächsten 4 Tage. Wir bekommen noch ein kleines Upgrade (Hybrid+Automatik) und können mit unserem Silberblitz kurz nach 11 Richtung Norden starten.
Da wir nachmittags noch etwas die Umgebung unserer Wohnung in Porto erkunden wollen, nehmen wir die schnelle mautpflichtige Autobahn (knapp 30€ Maut) und sind inkl. Päuschen kurz nach 3 in Porto. Da unsere Ferienwohnung sehr zentral in der Altstadt liegt, ist es etwas hakelig mit dem Anfahren, Ausladen und Parkgarage finden, aber kurz nach 4 haben wir auch das erledigt und können zu einem ersten Erkundungstripp starten. Nur wenige Gehminuten entfernt kommen wir an die Luisbrücke und nehmen die obere Ebene auf die Südseite ( Gaia ).
Von dort hat man einen schönen Blick auf Porto am Nordufer des Douro.
Am Südufer des Flusses entlang nehmen wir dann die untere Ebene der Luisbrücke. Zurück in Porto gönnen wir uns einen frühen Abendimbiss. Jeder Meter vom Ufer entfernt bergauf verringert die Preise auf der Speisekarte spürbar. Weiter geht es dann entlang schöner Fassaden…
… und durch enge Gassen gen Norden.
„Nettes“ Erlebnis am Rande: in einem Souvenirgeschäft, welches auch Briefmarken anbietet, kaufe ich eine Postkarte aus Kork, ein paar Kühlschrankmagnete und eben eine Briefmarke für die Postkarte. Verwundert über die hohe Gesamtsumme schaue ich kurz im Netz nach, und stelle den Verkäufer zur Rede, warum er mir für eine 95 Cent Briefmarke 2,50€ berechnet. Er streitet den Aufschlag gar nicht ab, sondern begründet es damit, dass er ja mit seinem Laden Profit machen müsste. Mein Argument, dass ich das schon verstehe, er aber ja mit den Kühlschrankmagneten (wahrscheinlich Made in China) und der Korkpostkarte, die 50m vorher die Hälfte gekostet hätte, ja auch Profit macht, lässt er nicht gelten. Er bietet mir aber an, die Briefmarke zurückzunehmen. Das Angebot nehme ich an 🙂
Der Abend klingt dann noch wunderbar mit einem (oder zwei🤔) Glas weißen! Portwein aus und gipfelt in der Idee, morgen das Dourotal per Silberblitz zu erkunden.
Die Festungsanlage aus dem 11. Jahrhundert ist das zweite Ziel des Tages. Der Eintritt ist mit 17€ p.P. sehr sportlich. Aber die Anlage ist groß…
… schön, teilrestauriert, die mächtigen Mauern begehbar und der Ausblick auf die Stadt wunderbar.
Und die Tierwelt in den alten Mauern ist auch nicht zu verachten. Pfauen buhlen mit ihren Schreien und Gehabe um Beachtung bei den Besuchern und den Pfauendamen:
Das tun sie herab von Bäumen …
… oder auch mal ihre schöne Rückseite zeigend …
… und natürlich Radschlagend:
Aber auch Katzen wissen, wie man sich herausgeputzt.
Auch für den Besuch der Burganlage sollte man mehrere Stunden einplanen.
… schliessen sich mehrere Räume mit sakraler Kunst an. Danach gelangt man in den Innenhof mit Kreuzgang.
Auch dieser ist wieder reichlich mit Wandbildern in Fliesentechnik verzierte. Unterwegs kommt man immer wieder an Räumen mit oberirdischen Grabstätten, hier Pantheon genannt, vorbei.
In der Kirche hat mich besonders der Altar beeindruckt, der von einem, auf riesigen Säulen ruhenden, Baldachin überspannt wird.
Aber auch die zahlreichen Seitenaltare waren sehr schön anzuschauen, von denen einige mit filigranen Steinintarsien verziert waren.
Im zweiten Geschoss geht es vor allem um eine Muschelausstellung und eine riesige Sammlung von Wandbildern aus Kacheln, auf denen Fabeln dargestellt sind.
Auch das Dach des Klosters kann man besteigen, von dem aus man nach allen Himmelsrichtungen einen schönen Blick über die Stadt hat.
Der Rundgangs endet mit einem Blick in Zisternen unter dem Kloster.
Wenn man alle geboten Objekte ausführlich anschauen möchte, sollte man mindestens 3 Stunden für den Besuch des Kloster und der „Kirche des Heiligen Vincent von Außerhalb“ einplanen.
Shaun und Elfie nehmen sich heute Zeit für einen ausgiebigen Stadtrundgang.
Es geht durch verwinkelte Gassen, teils still und nach Orangenblüten duftend …
… immer auf der Hut vor einer um die Ecke biegenden historischen Straßenbahn…
… vorbei an street art…
… und verträumten Häuschen…
… bestaunen einen der historischen Aufzüge im Stadtzentrum…
… schauen entspannt den Straßenkünstlern zu…
… und landen schließlich am belebten Platz ‚Praça do Comércio‚ mit dem besteigbaren Arco Triunfal (Triumphbogen) mit grandiosem Ausblick auf die Bucht von Lissabon …
… und auf die Stadt mit der Burganlage Castelo de S. Jorge:
Abends geht es dann noch einmal stadteinwärts Richtung Norden…
… um den Tag mit einem Abendessen im Hard Rock Cafe Lissabon ausklingen zu lassen: