Levadas 🤷‍♂️

Als erstes hatten wir uns für heute eine Levada-Wanderung vorgenommen, entlang der alten Bewässerungskanäle auf Madeira. Wie bspw. die Faladsch im Oman oder die Wasserleiten in der Schweiz transportieren sie Wasser aus niederschlagsreichen Gebirgen in trockenere landwirtschaftliche Gebiete.
Allerdings war unser auserwählter Wanderweg wegen eines Erdrutsches vor 2 Wochen gesperrt. Das erfährt man aber leider erst vor Ort. Also umdisponieren. Da wir schon mal im Norden sind, unternehmen wir einen zweiten Anlauf, um uns Port Moniz und die dortigen Naturbadebassins anzuschauen. Kurz vor dem Ort an der Nordwestspitze Madeiras halten wir kurz vor einem der hier zahlreichen Tunnel, um uns die Küstenlandschaft anzuschauen. Und wie es der Zufall will, finden wir hier an den senkrecht aufragenden Felsen mit ganz tollem Pflanzenbewuchs auch noch einen Wasserfall.

Und endlich erreichen Shaun und Elfie Port Moniz.

Der Ort hat etwas von einem Bade- oder Kurort. Uferpromenaden zum Flanieren, zahlreiche Geschäfte, Hotels und Restaurants. Und eben eine tolle Küste.

Botanischer Garten Madeira

Heute benutzen wir einen Bus der Linie 22 hinauf auf den Monte, dem Hausberg von Madeira.
Eigentlich wollten wir als erstes eine Korbschlittenfahrt auf Madeiras steilen Straßen unternehmen…

… aber als wir die ca. 250m lange Warteschlange abgelaufen sind, uns probeweise eine Viertelstunde angestellt und gehört haben, dass die Wartezeit wohl 2 bis 3 Stunden beträgt, haben wir dann doch ein Uber anstatt den Korbschlitten den Berg hinab genommen.
Bernado, unser junger Fahrer, bringt uns hinunter zum Jardim Botânico da Madeira, dem Botanischen Garten von Funchal, und erzählt uns dabei von seinen Erlebnissen mit den (Kreuzfahrt)Touristen und seinen ausländischen Nachbarn.
Die Schlange am Eingang des Botanischen Gartens, die wohl heute morgen noch sehr lang war, wie unser Fahrer meint, ist jetzt verschwunden und wir können direkt an die Kasse und unsere 10€ p.P. bezahlen. Dann schlendern wir stundenlang bei Postkartenwetter durch ein Meer von Blüten, Farben und Formen.

Was hier wie zwei verschiedene Pflanzen aussieht, ist ein Oberteil, welches gar nicht zu den darunter liegenden Wurzeln zu passen scheint:

Im ehemaligen Herrenhaus auf dem Gelände ist seit 1982 das naturhistorische Museum Museu de História Natural untergebracht, das vor allem alte, teilweise aus dem 19. Jahrhundert stammende, Tier- und Pflanzenpräparate zeigt.

Puhh, das war ein langer Tag.
Vollmond über Funchal:

Gute Nacht.

Madeira Nord

Heute sind wir mit dem Auto im Norden Madeiras unterwegs. Das erste Ziel, die Lavahöhle Gruta de Sao Vicente, ist leider geschlossen. Dauerhaft geschlossen meint Google Maps. Wieso, weshalb, warum?🤷‍♂️
Aber der Ausblick auf den Atlantik ist gut👍

Eine nicht weit entfernte vermeintliche Kalksteinhöhle entpuppt sich als kleines Museum (1 Raum) zur Kalkgewinnung. Ganz nett, aber beeindruckender fand ich das Gewusel von Dutzenden Eidechsen in den umliegenden Mauern. Eine prächtiger als die andere .

Weiter geht’s an der rauhen Nordküste entlang. Immer wieder hat man von Straße aus guten Blick auf Wasserfälle und die schroffen Felsen.

Port Moniz, am äußersten Nordwestende von Madeira gelegen, schauen wir uns lieber von oben an, denn der Ort ist ziemlich überlaufen.

Dann geht es weiter die Westküste hinunter.
An einem (wenig spektakulären) Leuchtturm genießen wir am Nachmittag noch einmal den Blick auf die Steilküste.



Sankt-Lorenz-Spitze

Die Ponta de São Lourenço (zu deutsch „Sankt-Lorenz-Spitze“) ist ein Kap und Naturschutzgebiet ganz im Osten Madeiras.
Das ist unser heutiges Ziel.
Ich hätte allerdings an einem Montag Ende März nicht mit so vielen Wanderern gerechnet. Aber das Wetter ist top, windig & wolkenlos. Die Sonne hat schon mächtig Kraft. Und so können wir hier in der bombastischen Felslandschaft die Explosionen aus Farben, Formen, Flora und Fauna genießen.

Weiter geht’s nicht zu Fuß 🙂

Funchal

Ein Rundgang durch Madeiras Hauptstadt Funchal führt uns vorbei an eindrucksvollen Gebäuden …

… zuerst zu einem der zahlreichen kleineren Parks, die (neben den großen botanischen Gärten hier) viele einheimische, aber auch exotische, Pflanzen beherbergen. Wie zum Beispiel dieser Seidenbaum …

… mit seinen tennisballgroßen, wie Baumwollkugeln aussehenden, Früchten:

Oder diese australische Schönheit hier:

Aber auch die Tierwelt präsentierte sich: zahlreiche Krabben auf den Wellenbrechern im Hafen.

Die Seilbahn zum etwas oberhalb von Funchal liegenden ‚Monte‘ war leider außer Betrieb. Warum und wann sie wieder fahren wird, war leider nicht herauszubekommen.
Auch in der Markthalle im Zentrum der Stadt ist heute am Sonntag sehr wenig los. Also noch genug zu erkunden für die nächsten Tage.
Dafür gab es aber noch etwas Straßenkunst anzuschauen 🙂



Auf nach Madeira

Pünktlich mit Beginn der zweiten Urlaubswoche starten wir mit EasyJet von Porto nach Madeira.
Wobei – pünktlich ist relativ. Denn unser Flug verspätet sich um eine Stunde, da 2 Crewmitglieder vermisst werden 🙃 Eine Standby Crew musste einspringen.

Der Anflug auf Funchal Airport ist wie immer spektakulär. In der Luft windig holprig, an der Südostküste entlang auf der teilweise auf Betonpfeilern ins Meer hinaus gebauten kurzen Landebahn, hart abbremsend, die Passagiere klatschend …😜 Aber runter kommen sie ja schließlich alle, oder😁

Dann noch den Mietwagen übernehmen, am Supermarkt den Wochenendeinkauf erledigen und endlich die Ferienwohnung für die nächsten 7 Tage beziehen. Obwohl, Ferienwohnung ist wohl untertrieben. Das 3stöckige Haus mit Balkon auf jeder Etage, 2 Bädern, 2 Schlafzimmern, großer Küche mit Esstisch, Wohnzimmer mit Esstisch und Couch-Fernseh-Ecke usw. usf. … Aber das Haus ist sehr zentrumsnah (Funchal) und war recht günstig. Und der Ausblick ist toll.

Abendstimmung in Funchal:

Peneda Geres

Nach dem Stadt-Tag gestern ist heute wieder Natur angesagt. Es geht in den Nationalpark Peneda Geres (Portugals einzigem Nationalpark) nördlich von Porto, nicht weit von der spanischen Grenze entfernt. Tatsächlich bildet er mit dem angrenzenden spanischen Naturpark zusammen das grenzüberschreitende UNESCO-Biosphärenreservat Gerês-Xurés.

Als erstes steuern wir die Ruinen des überfluteten Dorfes Vilarinho das Furnas am gleichnamigen Stausee an. Im Zuge der Befüllung der Talsperre wurde 1970 das Dorf überflutet. In Jahren geringen Niederschlags ragt die Dorfruine aus dem Wasser. Aber jetzt, Ende März, ist der Stausee sehr gut gefüllt und vom versunkenem Dorf bis auf ein Mäuerchen nix zu sehen.

Dafür haben wir das Areal ganz für uns allein. Die Kassierhäuschen sind (noch) nicht besetzt, keine Touris unterwegs. Nur eine sich in der Sonne wärmende Natter liegt faul auf dem Weg herum.

Und auch einen schönen Wasserfall gibt es direkt am Wanderweg zu bestaunen.

Nach einem ausgiebigen Picknick schauen wir uns noch die große 4-armige Cavado Talsperre an.

Auf der Heimfahrt dann noch ein Stopp am Atlantik, an der Mole von Porto. Wir genießen Wind, Wellen und die tiefstehende Sonne.

Stadttag Porto

Nach dem „Landschaftstag“ gestern im Douro-Tal, ist heute wieder ein „Stadttag“ angesagt.

Dieser sollte eigentlich mit dem Besuch der Kathedrale von Porto beginnen. Aber ein kurzer Blick in den, nur ein paar Meter entfernten, Bahnhof Porto São Bento zeigt Erschreckendes: Fast hätten wir dieses Kleinod direkt vor unserer Haustür übersehen!

Wunderschön, oder?

Aber dann geht es wirklich durch die Häuserschluchten…

…weiter zur Kathedrale.

4€ Eintritt sind fair (man/frau hat sich ja mittlerweile daran gewöhnt, dass für Gotteshäuser neben Ablass auch Einlass verlangt wird).
Außer dem sehr schönen gekachelten Kreuzgang…

… ist es vor allem das Kirchenschiff mit dem goldig protzenden Altar, der ins Auge sticht:

Aber auch der Blick von den oberen Etagen ist sehr schön:

Den restlichen Tag verbringen wir auf neudeutsch chillend bei Postkartenwetter im schönen Porto.

Und eines darf natürlich als abendlicher Ausklang in der untergehenden Sonne nicht fehlen: Eine Francesinha

… ein praktisch völlig kalorienfreier😂 Kleinstsnack😁, geeignet, um eine 5-köpfige Familie auf Tage satt zu bekommen. Mehr oder weniger vegan😜: Toastbrot, scharfe Würstchen, Rindersteaks, würzig-scharfe Bier-Tomaten-Soße… Das Ganze mit Käse überbacken…
Übrigens, ‚Francesinha‘ bedeutet ‚kleine Französin‘. Na dann möchte ich aber keine ‚große Französin‘ auf dem Teller haben😂
Mahlzeit!

Douro Tal

Shaun und Elfie nehmen heute den Silberblitz und wollen das Tal des Douro, der in Porto in den Atlantik mündet, flussaufwärts erkunden. Dazu sind Autobahnvermeidung und Navi-Zwischenpunkte eng am Fluss angesagt. Dafür geht es aber dann auch sehr langsam (max. 45er Schnitt) auf den kleinen und kurvenreichen Straßen voran.
Unterwegs ein kurzer Stopp an einer Douro-Schleife:


Auf der Straßenseite gegenüber wildwachsende Cala (weiß) und Nickender Sauerklee (rapsgelb):

Nächster Stopp ist der Aussichtspunkt ‚Miradouro de São Leonardo da Galafura‘ – ein wunderschönes Fleckchen auf 645m Höhe mit einer kleinen Kapelle/Kirche und Blick auf den Douro und die Weinberge.

Als nächstes folgt das Touri-Highlight Pinhão. Bzw. der wohl am meisten fotografierte Bahnhof des Ortes. Die Innen- und Außenwände zeigen großflächige blaue Azulejo-Paneele mit Wein- und Landschaftsmotiven:

Beim nächsten angepeilten Stopp, dem angeblich mindestens so schönen Bahnhof von São João da Pesqueira, hat die KI wohl halluziniert. Wir finden weder eine Bahnlinie, noch einen (ehemaligen?) Bahnhof oder auch irgendwelche gekachelten Wandmotive.
Egal. Weiter zum letzten Stopp. Dem Aussichtspunkt Miradouro de São Salvador do Mundo. Dieser, mittlerweile in Sonnenuntergangsstimmung, ist auch sehr sehr schön:

Den Rückweg nehmen wir dann über die Autobahn, um wenigstens gegen 21 Uhr wieder in Porto zu sein. Insgesamt ein sehr schöner, aber auch anstrengender Tag.

Transfer Lissabon > Porto

Nach einem gemütlichen und ausgiebigen Frühstück bestellen wir auf halb 11 ein Uber und lassen uns zum innerstädtischen Büro von Hertz fahren. Dort übernehmen wir unseren Mietwagen für die nächsten 4 Tage. Wir bekommen noch ein kleines Upgrade (Hybrid+Automatik) und können mit unserem Silberblitz kurz nach 11 Richtung Norden starten.

Da wir nachmittags noch etwas die Umgebung unserer Wohnung in Porto erkunden wollen, nehmen wir die schnelle mautpflichtige Autobahn (knapp 30€ Maut) und sind inkl. Päuschen kurz nach 3 in Porto.
Da unsere Ferienwohnung sehr zentral in der Altstadt liegt, ist es etwas hakelig mit dem Anfahren, Ausladen und Parkgarage finden, aber kurz nach 4 haben wir auch das erledigt und können zu einem ersten Erkundungstripp starten. Nur wenige Gehminuten entfernt kommen wir an die Luisbrücke und nehmen die obere Ebene auf die Südseite ( Gaia ).

Von dort hat man einen schönen Blick auf Porto am Nordufer des Douro.

Am Südufer des Flusses entlang nehmen wir dann die untere Ebene der Luisbrücke. Zurück in Porto gönnen wir uns einen frühen Abendimbiss. Jeder Meter vom Ufer entfernt bergauf verringert die Preise auf der Speisekarte spürbar.
Weiter geht es dann entlang schöner Fassaden…

… und durch enge Gassen gen Norden.

„Nettes“ Erlebnis am Rande: in einem Souvenirgeschäft, welches auch Briefmarken anbietet, kaufe ich eine Postkarte aus Kork, ein paar Kühlschrankmagnete und eben eine Briefmarke für die Postkarte. Verwundert über die hohe Gesamtsumme schaue ich kurz im Netz nach, und stelle den Verkäufer zur Rede, warum er mir für eine 95 Cent Briefmarke 2,50€ berechnet. Er streitet den Aufschlag gar nicht ab, sondern begründet es damit, dass er ja mit seinem Laden Profit machen müsste. Mein Argument, dass ich das schon verstehe, er aber ja mit den Kühlschrankmagneten (wahrscheinlich Made in China) und der Korkpostkarte, die 50m vorher die Hälfte gekostet hätte, ja auch Profit macht, lässt er nicht gelten. Er bietet mir aber an, die Briefmarke zurückzunehmen. Das Angebot nehme ich an 🙂

Der Abend klingt dann noch wunderbar mit einem (oder zwei🤔) Glas weißen! Portwein aus und gipfelt in der Idee, morgen das Dourotal per Silberblitz zu erkunden.