Tortuguero Dorf

Gegen Mittag besuchen wir das Tortuguero Schildkröten Informationszentrum und erfahren viel darüber, wie man hier, an einem der wichtigsten Eiablageplätze der Welt, die Tiere schützt und erforscht.

Dann laufen wir nah am Strand Richtung Dorf Tortuguero .

Vom Baden im Meer wird hier aber stark abgeraten, da der Fluss Tortuguero (merke: hier heißt alles Tortuguero – die Region, der Nationalpark, das Dorf, der Fluss…) hier ins Meer mündet und damit die in ihm angesammelten Unmengen an Abwässern in die Karibik entlässt. Man würde also in einer Kloake baden. Es gibt zwar Pläne, den Fluss sauber zu bekommen, aber das wird noch dauern und kostet viel Geld.
Das Dorf mit seinen 700 Einwohner orientiert sich stark an den Touristen, die größtenteils in den umliegenden Hotels wohnen. Es werden alle möglichen Wasseraktivitäten und Tierbeobachtungen angeboten.

Im Dorf findet man noch einige verrostete Maschinenteile und Motoren, die als eine Art Denkmal stehen gelassen wurden, um an die Zeit zu erinnern, als hier eine ausländische Firma Raubbau an den tropischen Hölzern begangen hat.

Tortuguero Nationalpark

So 11.1.: Noch vor dem Frühstück schaue ich dieser fleißigen Schönheit beim Netzwerken zu:

Auch die Schmetterlinge sind schon aktiv:

Pünktlich 8:30 Uhr geht’s los zur ersten Bootstour des Tages. Wir starten mit einem kleinen Boot. Wir 9 Touris + unser Guide Gustavo und der Bootsführer.
Weit kommen wir nicht, denn schon winkt uns eine Faultiermama mit Baby vom Ufer aus freundlich zu:

Das Baby versteckt sich hinter Mamas Rücken und man sieht nur ab und zu mal ein Händchen (links am Rücken) 🤩

Ich glaube, hier gibt es keinen Tag ohne optische Highlights.

Silberreiher:

Kaiman:

Grüner Smaragdbasilisk:

Pachira Aquatica, eine Pflanze, deren Blüte u.a. zur Parfümherstellung verwendet wird:

Schlangenhalsvögel, deren Gefieder kein Fett enthält und die deshalb nach jeder Fischjagd ihre Flügel in der Sonne trocknen müssen:

Krabbenreiher:

Kahnschnabel:

Noch mehr Kaimane😁

Neugierige Schildkröten:

Und noch mehr (lachende) Kaimane 😜:

Eine tolle Bootstour!

Tortuguero

Noch vor dem Frühstück, 6:50 Uhr, starten wir gen Norden. Nachts hat es etwas geregnet und die Straßen sind naß. Gegen halb 9 stoppen wir an einem größeren Restaurant für das Frühstück. Hier müssen wir auch in einen großen Bus mit ca. 30 fein gekleideten amerikanischen Touristen umsteigen, die uns nur widerwillig Platz machen. Unterwegs „besuchen“ wir noch eine Bananenplantage. D.h. der Busfahrer fährt für eine Minute sehr langsam an einem Platz vorbei, wo Bananen exportfertig gemacht werden. Quasi ein Plantagenbesuch-Drive-Thru a la americana🤣

Gegen Mittag erreichen wir einen großen Bootsanleger, wo Touristen auf Boote umgeladen werden (deren Gepäck natürlich auch).

Dann geht es rein in die „senderos acuáticos“ – ein System von Wasserwegen, Flüssen, Kanälen im Nationalpark. Mit bis zu 40 km/h fahren wir anderthalb Stunden Richtung NNW nach Tortuguero. Das Dorf ist nur mit Boot oder Flugzeug erreichbar.

Unterwegs sehen wir ein faules Krokodil und viele Vögel.

Relativ trocken erreichen wir gegen 13 Uhr die „Pachira Lodge“, wo wir freundlich mit einem leckeren Willkommensgetränk begrüßt werden und erst einmal ausgiebig zu Mittag essen können, bis unsere Zimmer bezugsfertig sind.

Von der Karibikküste sind wir nur durch einen breiten Kanal und einen schmalen Landstreifen getrennt.

Der Regenwald zeigt sich schon mal von seiner namensgebenden Seite und lässt reichlich Nass von oben herab.

Dann beziehen wir unsere Zimmer auf dem weitläufigen Gelände. Den Weg zur Rezeption bzw. zum Restaurant muss man sich gut merken, wenn man unterwegs nicht den Krokodilen oder Pumas als Vorspeise dienen möchte 😁.
Die Zimmer in den Bungalows haben übrigens keine Klimaanlage, dafür aber auch keine Fensterscheiben. Nur ein Fliegengitter. Aber Vorhänge zum Zuziehen gibt es👍

Kurz vor 3 wollen wir zu einer Bootstour aufbrechen. Aber es schüttet wie aus Kübeln. Und es sieht auch nicht so aus, als würde es gleich wieder aufhören.

Unser Reiseleiter schlägt vor, dass wir versuchen, die Tour morgen zwischen die anderen Aktivitäten mit reinzuquetschen. Wir nehmen den Vorschlag dankend an🌧️

Urlaub könnte so schön sein, ohne diese ganzen Touristen und diese unkooperative Natur🤣

Und so langsam wird mir auch bewusst, dass mein Urlaub mit Riesenschritten seinem Ende entgegen geht 😔

Cacao Tour

Auf dem Weg zu unserem dritten Event für diesen Tag, der Cacao Tour, lacht uns noch dieses Faultier direkt an der Straße an:

Weiter geht es zum Tirimbina Regenwaldreservat. Auf unserer Tour zum Thema Kakao & Schokolade passieren wir die mit 260m längste Hängebrücke Costa Ricas.

Sie führt über den Sarapiqui-Fluss und im Regenwald können wir Kolibris, Tukane, Leguane und Schlangen beobachten.

Außerdem erfahren wir in einem Camp im Wald viel Wissenswertes zu den Kakaopflanzen und zum Getränk der Götter, der (Trink)Schokolade.
Der Kakaobaum stammt ursprünglich aus dem Amazonasgebiet und ist heute in weiten Teilen Mittel- und Südamerikas sowie Afrikas verbreitet.
Costa Rica produziert weniger als 1% des Kakaos weltweit und verliert davon noch einmal ca. 40% durch einen Pilz. Jetzt ist mir auch klar, warum Schokolade hier so teuer ist (ca. 16 bis 20 USD pro 100g). Unreife (da nicht gelb) Kakaoschoten am Baum:

Mit Pilz befallene Kakaoschote:

Die aus der reifen (gelben) Schote herausgelösten Bohnen…

… werden 7 Tage mit Zucker und Wasser in einem geschlossenen Behälter fermentiert und dann ca. 2 Wochen getrocknet. In diesem Zustand werden die dann exportiert, um beim Importeur geröstet und gemahlen zu werden, oder sie werden hier weiterverarbeitet. Wir mahlen heute geröstete Bohnen, …

… gießen sie mit heißem Wasser auf und trinken sie wahlweise mit Chilli, Vanille, Muskat, Pfeffer, gemahlenem Mais, Milchpulver, Zucker und/oder Rum. Ich teste mit Chilli, Vanille, Muskat und Rum😁

Zum Schluss gibt es noch Schokoladenmasse mit Ananas für uns.

Finca Surá

Als zweite Aktion heute besuchen wir die Finca Surá der Familie Gomez.

Auf dem weitläufigen Gelände sehen wir Leguane…

…Spechte…

… grüne Smaragd Basiliske (die kleinen Echsen, die flink über das Wasser laufen können) …

… 2 Rabengeier zusammen mit einem Leguan auf einem Brotfruchtbaum …

… viele Fledermäuse unter einem dicken Ast …

… winzige giftige Frösche…

… Kochbananen kurz vor der Reife …

… und überreif …

… Zimtbäume …

… Nelkenbäume …

… Ananasplantagen …

… Baumwollpflanzen …

Sehen außerdem noch Curcuma, Vanille, Pfeffer, Zuckerrohr.
Pressen uns Zuckerrohrsaft mit Ingwer und Orangen.
Mixen das ganze mit 40prozentigen Zuckerrohrschnaps (Rum).
Genießen ein leckeres Mittagessen mit Fisch gedünstet im Bananenblatt.
Bekommen noch Kaffee mit Annaskuchen …
Ich bin geradezu erschlagen von den Bildern, Eindrücken, Informationen und Kalorien…

Als Nach-Nachtisch dann noch eine Begegnung mit einem sehr großen Leguan, der bis zur Schwanzspitze wahrscheinlich an die 2m mißt:

Was für eine Fülle an Eindrücken!🤩

Arbeitseinsatz 🙂

Heute, am Freitag den 9.1.2026, stehen gleich 3 Aktivitäten auf dem Programm.
Als erstes pflanzen wir Bergmandelbäume bzw. Waldmandelbäume (Dypterix Panamensis oder auch Dipteryx Oleifera) auf dem Gelände der La Quinta Lodge.

Außerdem haben wir hier, neben zahllosen wunderschönen Pflanzen und Blüten, auch Pfeffer.

Wir erfahren, dass die verschiedenen Pfeffer“sorten“ nur verschiedene Reifegrade sind. Grüner Pfeffer – wie der Name schon sagt – noch unreif/grün, roter/reifer Pfeffer, weißer Pfeffer = reif geerntet und geschält, schwarzer Pfeffer = überreif und stark getrocknet.

Kaffeekooperative

Als zweiten Event des Tages besuchen wir am Nachmittag eine Kooperative, die sich um die Verarbeitung der Kaffeebohnen von 60 umliegenden kleinen Kaffeefarmen kümmert.

Angebaut wird ausschließlich Arabica (kein Robusta). Man versucht mit Klasse statt Masse gegen Massenproduzenten wie Kolumbien oder Brasilien anzukommen.

Nach der manuellen Ernte der reifen (roten) Bohnen, werden diese gewaschen, nach Qualitätsstufen vorsortiert, mehrere Wochen getrocknet, nochmals auf Qualität geprüft und schließlich 20-26 Minuten geröstet.

Es werden auch oft „grüne“ (innere), ungeröstete Bohnen exportiert und erst in den entsprechenden Ländern geröstet.

Qualitätsstufe 3 (für Starbucks und Mc Donalds😜):

Zum Schluss gibt es natürlich noch eine Kaffeeverkostung und einen kleinen Snack.

Nationalpark Vulkan Arenal

Auf unserer Fahrt zum nächsten Hotel stoppen wir am 1990 gegründeten Nationalpark Vulkan Arenal Der Vulkan Arenal ist geologischen gesehen sehr jung, nur 8000 Jahre alt. Andere Vulkane in Costa Rica dagegen sind bis zu 90 Millionen Jahre alt. Der letzte großer Ausbruch des Arenal fand 1968 statt.
Auf unserer 3stündigen Wanderung durch den Regenwald am Fuß des Vulkans kommen wir auch über ein Lavafeld von 1992.

Die Pflanzen im Vordergrund sind also alle in den letzten 33 Jahren entstanden.
Blick vom Lavafeld auf den Arenalsee im Westen:

Der fruchtbare Untergrund scheint auch den Orchideen zu gefallen:

Andere interessante Pflanzen:
Frühe Stufe der Dattelpalmenfrucht:

Pilze:

Die Flecken auf den Blättern dieser Pflanze sehen auf der Oberseite weiß/beige und unscheinbar aus …

… aber von der Unterseite betrachtet reflektieren sie nur das rote Lichtspektrum:

Und natürlich Regenwaldriesen in den verschiedensten Formen:

Wie z.B. obigen, riesigen, auf halber Höhe in einem Hurricane abgebrochenen Kapokbaum, an dem es sich Fledermäuse gemütlich gemacht hatten:

Interessant/gruselig – dieses Gewusel in einem Spinnennest: Roter Zimmermann

Außerdem sahen wir eine Regenbogen-Ameiva (30cm große Eidechse) …

und einen Nasenbär

… sowie zum Schluss noch diesen hübschen Vogel:

Finka Fauna Maxima

Gegen Mittag wird unsere kleine Reisegruppe um 5 Personen aufgestockt. Die zweite Woche sind wir also mit 9 Touristen + Reiseführer + (neuer) Busfahrer in einem etwas größeren Kleinbus unterwegs.
Wir starten auch gleich in dieser neuen Konstellation zu einem Ausflug in der Nähe von La Fortuna. Das kleine Paradies, dass wir besuchen, wurde aus einer ehemaligen Viehweide und einem Sumpf gewonnen. Heute ist es ein Stück Regenwald, in dem sich viele Tiere sehr wohl zu fühlen scheinen: Schlangen, Frösche, Schildkröten, Nagetiere, Faultiere, Dutzende Vogelarten, Kaimane, Leguane , Schmetterlinge … Und die meisten davon sehen wir sogar!
Im Eingangsbereich des Areals liegt Futter für Vögel und Nagetiere aus. Dadurch werden wir mit einer Explosion an Farben und Formen aus der Tierwelt begrüßt. Besonders freue ich mich, endlich einmal Tukane aus der Nähe zu sehen:

Aber auch die anderen Vögel, von winzig klein bis Truthahn-groß, bieten einen schönen Anblick:

Ebenso wie dieser Goldaguti:

Auf unserem Weg durch den Wald bewundern wir tolle Blüten und kommen dann an einen Teich, wo wir Kaimane

… Vögel und Blattschneiderameisen beobachten können:

Ein Stück weiter kommen wir zu einem mitten im Wald liegenden Schmetterlingshaus. Ich mag Schmetterlinge und sie scheinen auch mich zu mögen, denn ein besonders großes Exemplar eines Bananenfalters setzt sich hartnäckig erst auf meiner Hose und später auf meinem T-Shirt fest.

Leider öffnet diese Art nicht ab und zu mal ihre Flügel, so dass es kaum Bilder der Flügeloberseite gibt.
Auch sehr schön: dieser Passionsblumenfalter:

Auf unserem weiteren Weg sehen wir noch Schildkröten in einem Tümpel …

… und einen Leguan hoch oben in einem Baum:

Zum Schluss besuchen wir noch eine kleine Ausstellung mit Kunsthandwerk, hergestellt von Mitgliedern des Stamm der Maleku.

Der Kauf eines dieser Objekte unterstützt das in einem Reservat lebende Volk.

Zurück im Hotel haben wir Gelegenheit, den Vulkan Arenal einmal fast ohne Wolken zu sehen:

Thermalquellen

Morgens beim Frühstück 8:30 Uhr ist es bewölkt bei 21 Grad. Wohlfühltemperatur für Mitteleuropäer, nicht zu warm und nicht zu kalt 😁 Allerdings soll die Temperatur heute noch bis maximal 29 Grad steigen. Aber erst einmal teste ich die zum Hotel gehörenden Becken der Thermalquelle. Die ersten beiden sind ziemlich warm. Darin hält man es nicht lange aus. Aber das dritte Becken ist perfekt 👍
Und einen prima Blick auf den (etwas wolkenvergangenen ) Vulkan Arenal hat man auch.