Nun ist schon Halbzeit auf dieser zweiwöchigen Costa Rica Tour und ich habe schon sehr viel von der Fauna und Flora dieser „Schweiz Zentralamerikas“ gesehen: riesige Salzwasserkrokodile in Flussmündungen, bunte Krabben an der Küste und in den Mangroven, Faultiere und wunderschöne Schmetterlinge im Wald, hautnahe Begegnungen mit Affen und natürlich Vögel in allen Farben und Größen – von winzigen Kolibris bis hin zu großen Reihern, Aras und Geiern.
Wir haben verschiedene Klimazonen erlebt, vom gemäßigten Klima in San José, über die heiße Pazifikküste, Regenwälder, mystische Nebelwälder und die von Vulkanen geprägten Landschaften im Nordwesten des Landes.
Costa Rica ist kein billiges Reiseland, dafür aber sehr sicher, mit freundlichen und offenen Menschen, einer sehr guten Infrastruktur und absolut problemloser Versorgung mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Medizin, Treibstoff usw.
Mittelamerika for Beginners sozusagen.
Ich bin schon sehr gespannt auf die Erlebnisse der zweiten Hälfte der Tour 🙂
Autor: Maik
La Fortuna
Am Nachmittag kommen wir in unserem neuen Hotel „Arenal Paraiso Resort & Spa“ bei La Fortuna an.

Von der Terrasse meines Bungalows …

… blicke ich direkt auf den Vulkan Arenal 😁 🌋

Das Resort bietet Restaurant, Bar, Pool, Zipline-Anlage, einen weitläufigen Bereich mit heißen Quellen verteilt über mehrere Becken …

… und eine schöne Hotelanlage mit interessanten Pflanzen.
Ismene/Schönhäutchen :

Allerdings liegt das Hotel ca. 8km westlich von La Fortuna Zentrum und an der stark befahrenen Straße gibt es keinen Fußweg. So nehmen wir einen Uber (ca. 7 USD) in die Stadt zum Abendessen. An der Rezeption wurde uns das „Polo Fortuneño #2“ empfohlen. Als wir dort kurz nach 19 Uhr ankommen, ist es brechend voll und eine Geburtstagsparty (von Einheimischen?) ist in vollem Gange. Ein gutes Zeichen 🙂
Nach vernachlässigbar kurzer Wartezeit bekommen wir einen Tisch in einer ruhigen Ecke. Die Speisekarte ist sehr umfangreich und die Auswahl fällt schwer. Letztendlich ist das Essen sehr gut, die Preise moderat und alle sind zufrieden. Zurück geht’s auch wieder mit unserem Uber-Fahrer, von dem wir uns die Telefonnummer haben geben lassen.
Fahrt zum Vulkan Arenal
Auf unserer Fahrt nach La Fortuna passieren wir auf der Straße Nr. 6 Richtung Norden das Gebiet zwischen den Vulkanen Miravalles im Westen und Tenorio im Osten.
Wir stoppen am Rio Celeste (‚Blauer Fluss‘, oder auch ‚Piuri‘ in der Sprache des hier ansässigen Stammes der Maleku).

Das Wasser des Rio Celeste ist blau, weil beim Zusammenfluss der beiden Flüsse Río Buenavista und Río Ácido durch eine chemische Reaktion eine Mischung aus Aluminiumsilikaten und Schwefel im Wasser entsteht, die in der Sonne eine sogenannte Mie-Streuung auslöst. Dadurch wird vor allem blaues Licht vom Wasser reflektiert.

Kurz danach stoppen wir gleich noch einmal an einem riesigen „arbol de la paz“ (Friedensbaum) bzw. Kapokbaum, der mindestens 500 Jahre alt sein soll. Ein mega Fotomotiv 😯

Ceviche
Nachdem wir uns mittags mit einer großen Mango, Bananen und Keksen gestärkt haben, verbringen wir den Nachmittag am Hotel und genießen den Pool.

Ich schreibe fleißig am Blog und freue mich schon auf das Abendessen. Gestern habe ich gesehen, dass hier Ceviche auf der Karte steht. Das Gericht stammt ursprünglich aus Peru und ist mittlerweile in den verschiedensten Abwandlungen in ganz Lateinamerika verbreitet.
Ceviche besteht meist aus kleingeschnittenem, rohem Fisch, der in einem „Leche de Tigre“ (Tigermilch) genannten Sud mariniert wird. Dieser besteht aus Zitrussaft (meist Limetten), Salz, Chilis und anderen Gewürzen. Durch die Zitronensäure wird der Fisch nach einiger Zeit fest („Denaturierung der Proteine“). Das Gericht gibt es als Vorspeise oder mit Beilagen als Hauptgericht. Sehr lecker😋
An der Rinconcito Lodge
Auf dem Weg zum Frühstück heute morgen konnten wir die Montezuma Oropendola an ihren Nestern beobachten. Ähnlich wie die Webervögel bauen sie ihre herabhängenden Behausungen in den Bäumen – nur deutlich größer als die der Webervögel.



Nach dem Frühstück starten wir zu einem gemütlichen zweieinhalbstündigen Waldspaziergang. Wir müssen dazu keinen Meter fahren, denn unsere Lodge liegt direkt im Regenwald und nahe eines Flusses. Es weht ein kräftiger Wind, der selbst im Wald als erfrischendes Lüftchen spürbar ist. Die Nähe des Flusses, an dem unser Weg größtenteils entlang führt, tut ein Übriges, um diese kleine Wanderung maximal-entspannt zu genießen 😊 Wir sehen bizarre Pflanzen…

… und Termitennester mitten in den Bäumen…

… schaukeln uns über Hängebrücken voran …

… überqueren mehrmals den Fluss und landen schließlich an diesem schönen Ort:

Auch Shaun und Elfie sind ganz hingerissen von diesem lauschigen Plätzchen 😊

Weiter führt uns der Weg durch den Regenwald hinauf bis zu einer Art Hochebene. Dort haben wir nach der einen Seite wieder einen schönen Blick auf die Kondensationswolken des Regen- und Nebelwaldes …

… und nach der anderen Seite auf eine der Arten der Energiegewinnung Costa Ricas.

Ob man/frau die Windräder nun schön findet oder nicht – zumindest hat es Costa Rica mit Geothermie, Solar-, Wind- und Wasserkraft geschafft, nahezu 100% seiner benötigten Elektroenergie auf diese Weise zu erzeugen.
Ein paar Meter weiter genießen wir diesen fast schon magischen Ort auf dem windigen Plateau:


Dann geht es wieder bergab in Richtung der Behausung der 5-Finger-Faultiere (Hotel).
Siehe auch
Zweifinger-Faultiere
Dreifinger-Faultiere
Fünffinger-Faultiere
😉
Nationalpark Rincón de la Vieja
Wir fahren weiter Richtung nicaraguanische Grenze zum Nationalpark Rincón de la Vieja.

Dieser Nationalpark um den aktiven Vulkan Rincón de la Vieja ist einer der vielseitigsten Nationalparks des Landes. Hier finden sich Regenwald, Trockenwald, vulkanische Erscheinungen wie Fumarolen oder aktive Schlammvulkane. Er liegt in der Bergkette der Cordillera Volcánica de Guanacaste. Seine Höhe reicht von ca. 700 bis 1916 m.
Blick auf den Kraterrand des Vulkans:

Baumriesen:

Würgefeige würgt Eiche:

Heiße Quellen:


Schlammvulkane:

Mystisch:

Leguan:

Klammeraffen:

Wunderschön:


Ein toller Nationalpark, der einen Ausflug lohnt!
Es gibt mehrere Rundwege zwischen 3,5 und 16km. Man sollte allerdings genügend Zeit zum Anschauen und Beobachten einplanen. Wir haben für den kurzen Rundweg ca. zweieinhalb Stunden benötigt.
Nach einer weiteren halben Stunde Autofahrt checken wir am Nachmittag im Hotel „Rinconcito Lodge“ ein. Das Hotel ist abseits in den Bergen gelegen, mit Zimmern im Bungalowstil, verteilt über den Berghang. Es gibt keinen Mobilfunkempfang, aber ein relativ gutes WLAN und einen kleinen Pool.
Zu den Vulkanen
Heute verlassen wir Monteverde Richtung Nordwesten zum Nationalpark Rincón de la Vieja.
Auf den ersten Kilometern können wir noch einmal diese tollen Klimazonen Regenwald und Nebelwald bestaunen. Die auf dem Bild zu sehenden Wolken, die sich wie eine Schneelawine über den Bergrücken zu schieben scheint, sind Kondensationswolken aus den darunter liegenden von Wäldern:

Etwas später sehen wir Bäume mit mächtigen Stacheln:


In Liberia, der Hauptstadt der Provinz Guanacaste, halten wir an einem Supermarkt.
Hier deckt sich jeder mit ein paar Kleinigkeiten ein: Obst, Getränke, Mittagssnack, einheimisches Bier …
Auch hier scheitere ich wieder daran, Schokolade aus C.R. einzukaufen: eine 50g(!) Tafel für 8 USD?? Nein danke. Da sind die Schokoladen in den Souvenirläden ja noch ein Schnäppchen 😏
Aber generell ist C.R. kein Billig(Urlaubs)Land. Das Preisniveau ist in etwa wie bei uns (bis auf Schokolade 😂). Auch Kaffee ist in diesem kaffeeproduzierenden Land teuer. Dabei ist der Durchschnittsverdienst weniger als ein Drittel so hoch wie in Deutschland. Hier auch noch ein paar andere Daten im Vergleich Deutschland – Costa Rica
https://www.laenderdaten.info/laendervergleich.php?country1=CRI&country2=DEU
Nachtwanderung
Von 18 bis 20 Uhr habe ich mich für eine optionale Nachtwanderung angemeldet. Da reicht es gerade noch, um die Happy Hour ab 17 Uhr und den Sonnenuntergang 17:30 zu genießen.

Pünktlich 18 Uhr beginnt die Nachtwanderung vom nahegelegenen Treffpunkt. Sie kostet 36 USD bzw. 1800 Colon. Viele Preisangaben in Restaurants oder bei touristischen Events werden in USD gemacht und der Dollar wird 1:500 umgerechnet. Gut, dass für uns der Dollarkurs aktuell günstig steht.
Aber zurück zur Nachtwanderung. Es werden Gruppen von max. 10 Personen gebildet. Jeder bekommt eine Taschenlampe und dann geht es ab in den Wald. Als erstes bekommen wir eine große hellgrüne Viper gezeigt, die es sich hoch oben in einem Baum gemütlich gemacht hat. Der Guide hat ein Stativfernrohr dabei, mit dem wir die Schlange gut sehen können. Später sehen wir auch noch ein kleines Exemplar direkt vor uns im Gras.

Außerdem finden wir noch bizarre Insekten, die sich als Blatt tarnen …

… kleine gelbe Frösche…

… einen schlafenden Tukan und ein Faultier (beide zu weit entfernt für gute Fotos) .
Eine schöne Tour, wenn auch 9 Personen in unserer Gruppe etwas zu viel waren und ich mir noch ein paar mehr Tierbegegnungen erhofft hatte. Aber vlt. hing da die Messlatte nach dem Besuch des Nationalpark Manuel Antonio etwas zu hoch 😉
Kaffeefarm in den Bergen
Nach einer halben Stunde Buckelpiste …

… erreichen wir die Finka einer kleinen, ökologisch betriebenen Kaffeefarm.

Diese befindet sich im Nebelwald bei San Luis, nicht weit von Monteverde entfernt. Es weht ein erfrischender Wind und in der Luft sind ganz feine Wassertröpfchen, noch viel kleiner als bei Nieselregen. Nebelwald eben 🙂
Das Paar, welches die Farm betreibt, sind aktive Läufer und haben erfolgreich an vielen Wettbewerben und Marathonläufen teilgenommen, bspw. am Boston-Marathon.

Im Bild sieht man im Hintergrund ihre Medaillen und Pokale. Die Bestzeit des mittlerweile 67jährigen Mannes lag wohl bei zweieinhalb Stunden, wenn ich das richtig verstanden habe.
Er zeigt uns die verschiedenen Pflanzen auf der Farm und erklärt die bei ihnen praktizierte Kaffeeherstellung. Pflanzenschutzmittel verwenden sie keine und haben u.a. auch deshalb aktuell mit einem Pilz zu kämpfen. Die Kaffeepflanzen tragen ab ca. dem dritten Jahr Früchte und werden bis zu 25 Jahren verwendet. In dieser Zeit werden sie mehrmals in Kniehöhe komplett gekappt und treiben seitlich neu aus. Siehe Foto:

Die Kaffeekirschen werden hier erst manuell! geerntet, wenn sie wirklich reif (rot) sind und nicht gemischt reif/unreif, wie bei der maschinellen Ernte. Dann werden die Kerne (Bohnen) mit einer Handmühle vom Fruchtfleisch getrennt, …

… gewaschen, 1 Jahr getrocknet …

… und dann geröstet.
Später pressen wir uns noch Zuckerrohrsaft und trinken ihn gemischt mit Orangensaft. Sehr lecker!

Zum Schluss bekommen wir natürlich noch hauseigenen Kaffee und selbstgebackenen Bananenkuchen. Und ich lasse es mir auch nicht entgehen, hier noch Kaffeebohnen einzukaufen 🙂
Ein wunderbarer Nachmittag bei einer sehr sympathischen Familie!
Dann geht es noch einmal ein Stück die Piste entlang und eine Viertelstunde später erreichen wir unser Hotel in Monteverde. Die Zimmer sind groß, im Bungalowstil und mit Blick in die Berge vom großen Balkon. Im Hintergrund kann man sogar den Pazifik erkennen:

Nach Monteverde
Heute wechseln wir für die nächsten 2 Tage das Hotel. Wir fahren die Küstenstraße zurück nach Nordwesten.
Unterwegs passieren wir eine Brücke, von der aus man faul in der Sonne herumliegende Krokodile im Fluß beobachten kann.

Weiter geht es ein Stück auf der Panamericana, der legendären Straße, die bis auf ein 90 km langes Teilstück zwischen Panama und Nordwest-Kolumbien, Alaska mit Feuerland verbindet und sich damit (fast) komplett durch Nord- und Südamerika zieht.
In Caldera halten wir für ein „Churchill-Eis“, eine Kalorienbombe bestehend aus Crushed Ice, diversen Sirupsorten nach Wahl (ich nehme Kokos und Schokolade), einer großen bunten Eiskugel, getoppt mit einem Marshmallow.


Dann verlassen wir die Küste und biegen nach Norden in die Berge Richtung Monteverde ab.
