Resümee Costa Rica

Nachdem ich seit Mittwoch Abend wieder zu Hause bin, hier nun ein paar Gedanken zu Costa Rica.

Dieses kleine Land, die „Schweiz Zentralamerikas“, gelegen zwischen 2 Ozeanen, auf der Schmalstelle zwischen Nord- und Südamerika, haut einen Mitteleuropäer vom Hocker.

An Landschaften werden geboten:
Karibik im Osten und Pazifik im Westen, heiße Strände mit erfrischenden Winden, tropische Regenwälder und eher kühle Nebelwälder, angenehm temperierte Hochebenen wie das Zentraltal um die Hauptstadt San José oder die Höhenlagen um Monteverde, vulkanisch geprägte Landschaften mit zahlreichen aktiven Vulkanen und heißen Quellen, ein deltaähnliches Gebiet mit Flüssen und Kanälen im Norden um Tortuguero, touristisch stark frequentierte Gebiete wie bspw. La Fortuna am Vulkan Arenal, ebenso wie ruhige Lodges abseits größerer Städte.
Zu jedem dieser Landschaftstypen gibt es wiederum auch sehr schöne Nationalparks (mehr als ein Viertel der Landesfläche stehen unter Naturschutz).

Ebenso vielfältig ist die Tierwelt.
Allein in den 2 Wochen auf touristischen Pfaden habe ich gesehen: Faultiere, Affen (Kapuziner-, Brüll- u.a. Affen), bunte Krabben, Kaimane, riesige Krokodile, Schildkröten, Nagetiere wie Goldagutis, wunderschöne, teils sehr große, Schmetterlinge, Schlangen, Geckos, Leguane, Basilisken, bizarre Insekten der Nacht, elegante Spinnen 😁, verschiedenste Ameisen wie Blattschneider- und Tucandeira-Ameise…
Und natürlich Vögel in allen Größen, Farben und Formen: vom winzigen Kolibri über Kahnschnabel, verschiedenste Reiherarten, Aras, Tukane, Fischadler, Eisvögel und unzählige weitere, deren Namen ich nicht kenne und die ich auch nicht recherchiert habe… Sicherlich ein Paradies für Ornithologen.

Costa Rica ist kein günstiges Reiseland (hatte ich ja an anderer Stelle auch schon geschrieben). Das Preisniveau für Lebensmittel, Unterkünfte usw. ist in etwa wie in Deutschland oder höher. Manche Produkte, die in Costa Rica produziert werden, sind seltsamerweise sehr viel teurer als in Deutschland, bspw. Kaffee und Schokolade.
Trotzdem finde ich, dass Costa Rica unbedingt eine Reise, aufgrund der beschriebenen Flora und Fauna, wert ist. Außerdem ist es ein sehr sicheres Reiseland mit einer sehr guten Infrastruktur inkl. medizinischer Versorgung.
Und eines der wenigen Länder, wo man bedenkenlos Leitungswasser trinken kann (dazu zählt auch Dtl., aber das ist eben die Ausnahme, das sollte man sich ab und zu mal klar machen 😉).

Reisedauer: eine Woche, wie manche Reisen angeboten werden, finde ich viel zu kurz und schade um die relativ langen Flugzeiten. Ich denke, zwei Wochen sind das Minimum. Je länger, desto besser 🙂. Wer genügend Zeit hat, kann Costa Rica vlt. auch mit Panama, Nicaragua oder einem der Karibikstaaten kombinieren.
Bspw. mit Kuba, falls man nicht vor hat, in diesem Leben noch einmal in die USA einzureisen 😜

Weitere Gedanken zu Costa Rica: siehe auch die zurückliegenden Blogeinträge ‚Interessante Fakten‘ und ‚Halbzeitresümee‘.

Ich hoffe, ich konnte euch etwas Reiselust auf dieses schöne und vielfältige Land machen.

Zum Flughafen

Nach meiner letzten Ceviche hier in der Markthalle von San José…

… nehme ich wieder ein Uber zurück ins Hotel, packe die Wintersachen griffbereit in den Rucksack 😜 und werde kurz nach 4 zum Flughafen abgeholt. 20:30 geht es dann erst nach Amsterdam und morgen, nach zweieinhalb Stunden Aufenthalt, weiter nach Stuttgart.

Goldmuseum

Gegen Mittag bin ich wieder am Museo de Oro Precolombino . Der Eintritt kostet 8400 Colón, ca. 15 €. Das Museum ist schön gestaltet, nicht mit Besuchern überlaufen und auch nicht mit Exponaten überfrachtet. Die Informationen sind in Spanisch und Englisch. Es geht hier um die Besiedlung im Gebiet des heutigen Costa Rica, das Leben der indigenen Völker, Metallurgie, Keramiken und Schmuckherstellung aus Jade, Kupfer und Gold.

Namensgebend für die, umgangssprachlich Goldmuseum genannte, Ausstellung, sind die vielen Objekte aus Gold.

Ein Nugget von 2,3kg 😁 :

Dieser Teil der Ausstellung befindet sich im untersten Geschoss.

Eine Etage höher geht es weiter mit indigenen Völkern, Schwerpunkt Musikinstrumente, sowie einer temporären Ausstellung zum Thema Migration in der Welt.

Im Erdgeschoss darüber befindet sich eine Ausstellung von Münzen und zur Geschichte des Geldes.
Eine Gelddruckmaschine – im wahrsten Sinne des Wortes 🙂

Natürlich Made in Germany 😁

Auch so können Münzen aussehen:

In der zweiten Hälfte des 19 Jh. kursierten in Costa Rica auch lokale, private Münzen der großen Kaffeeplantagenbesitzer, sogenannte Boletos. Damit verdienten die Plantanzbesitzer doppelt, denn die Boletos konnten meist nur in den Geschäften der Plantage verwendet werden.Diese Münzen wurden später als Zahlungsmittel verboten. Heute werden Boletos noch zum Zählen der eingebrachten Körbe der Pflücker verwendet.

Insgesamt eine lohnenswerte Ausstellung. Für den Besuch sollte man 1 bis 2 Stunden einplanen, je nachdem, wie intensiv man die Exponate anschauen und die Informationen dazu lesen möchte.

San José Zentrum

Heute gebe ich mir noch einmal ein zeitiges Frühstück, denn ich möchte den allerletzten Tag hier in San José, der Hauptstadt Costa Ricas, voll ausnutzen.
Ich nehme ein Uber ins Stadtzentrum (3$) und fahre bis zum zentral gelegenen Plaza de la Cultura, an dem sich auch das Nationaltheater befindet.

Gleich um die Ecke ist auch das Museo de Oro Precolombino (Goldmuseum). Das sollte eigentlich geöffnet sein, hat aber wegen einer Mitarbeiterversammlung bis 10 Uhr geschlossen. 😁 Bis jetzt, Viertel nach 10, tut sich noch nichts am Eingang.

Ich laufe erst mal weiter zur Kathedrale, mit vollem Name „Metropolitan Cathedral of St. Joseph of Costa Rica“.

Die Kirche hat sehr schöne Rundbogenfenster …

… und eine Kuppel mit dahinterliegender Halbkuppel über dem Altar.

Gegen halb 11 finden sich viele Menschen zu einem Gebet ein. Ein kurzes Stück des Gebetes wird von einer Frauenstimme per Lautsprecher vorgesprochen und die Betenden wiederholen dann den Satz. Ich sehe, bis auf eine Ausnahme, keine jungen Leute und überwiegend Frauen. Das Gebet ist sehr lang, ca. 30 Minuten.

Ich schlendere weiter durch das Zentrum…

… bis zum Mercado Central, der Markthalle.

Drinnen schaue ich mich etwas um und checke schon mal einen Stand für das spätere Mittagessen aus.
Dann laufe ich zurück Richtung Goldmuseum.




Rückfahrt San José

Heute beginnt meine nahezu 3tägige Rückreise.
Wir verlassen Tortuguero 8:40 Uhr mit dem Boot und kommen gegen 10:00 Uhr in Caño Blanco an, wo wir vom Boot in einen Reisebus wechseln.

Zum Mittagessen sind wir 12:30 in El Ceibo, im Restaurant, in dem wir vor 3 Tagen, auf der Fahrt nach Tortuguero, auch gehalten und gefrühstückt haben. Dieser Ort ist ein großer Touristen-Umschlagplatz. Je nach Ziel werden die Touris auf andere Busse und PKW verteilt. Hier löst sich dann auch unsere kleine Reisegruppe weitgehend auf. Fünf unserer Gruppe und unser Reiseleiter fahren in einem großen Reisebus weiter nach San José. Andere haben noch ein paar Tage Strandurlaub angehängt.
Gegen 15 Uhr komme ich im Hotel Palma Real an. Das Hotel kenne ich schon von der Anreise. Hier werde ich die letzte Nacht in Costa Rica verbringen, bevor morgen Abend mein Rückflug geht.
Morgen würde ich gern den Tag im Stadtzentrum verbringen und mich dann noch im Hotel umziehen, bevor ich am Nachmittag für den Flughafentransfer abgeholt werde. Für einen Check-out morgen 16:30 möchte man allerdings 50 USD extra haben. Da verzichte ich dann doch und investiere das Geld lieber in ein paar Eintrittsgelder morgen oder in ein Abendessen heute 🙂
Auf Google Maps konnte ich eine Parkanlage mit einer großen Teichanlage südlich meines Hotels erkennen.

Nach dem Check-in also auf zur Parkerkundung. Am östlichen Rand befindet sich dieses schöne Gebäude des Kunstmuseums:

Und dann eröffnet sich mir der Blick auf die sehnsüchtig erwartete Teichanlage:

… mit beeindruckenden Wasserspielen:


OK, dann bin ich wohl der Zweite, der übers Wasser wandeln kann …


… ach nein, der Dritte, wenn man die Basilisken mitzählt, die ja auch über das Wasser laufen können.

Aber früher scheint es hier reichlich Wasser gegeben zu haben.
Skelett eines gestrandeten Wals:

An der Westseite des Parks befindet sich das Nationalstadion von Costa Rica (links Stadion, rechts Hilton)

Jetzt gönne ich mir noch ein letztes Abendessen in Costa Rica und löse später meinen Willkommens-Cocktail an der Hotelbar ein. Und das war es dann für heute 🙂🇨🇷

Bootstour #2

Nach dem Mittagessen starten wir zusammen mit einer anderen Gruppe und einem etwas größeren Boot zu einer weiteren Tour durch die Seitenarme und Kanäle des Flusses.
Wir sehen:
Aras:

Schlangenhalsvogel:

Einen weiteren Smaragdbasilisk:

Viele Leguane:

Kaimane:

Nacktkehlreiher:

Fischadler:

Und – schon etwas seltener: einen Grünen Amazonas Eisvogel (Amazonasfischer):

Die Rückfahrt am Nachmittag durch die Kanäle im Gegenlicht ist mystisch.

Tortuguero Dorf

Gegen Mittag besuchen wir das Tortuguero Schildkröten Informationszentrum und erfahren viel darüber, wie man hier, an einem der wichtigsten Eiablageplätze der Welt, die Tiere schützt und erforscht.

Dann laufen wir nah am Strand Richtung Dorf Tortuguero .

Vom Baden im Meer wird hier aber stark abgeraten, da der Fluss Tortuguero (merke: hier heißt alles Tortuguero – die Region, der Nationalpark, das Dorf, der Fluss…) hier ins Meer mündet und damit die in ihm angesammelten Unmengen an Abwässern in die Karibik entlässt. Man würde also in einer Kloake baden. Es gibt zwar Pläne, den Fluss sauber zu bekommen, aber das wird noch dauern und kostet viel Geld.
Das Dorf mit seinen 700 Einwohner orientiert sich stark an den Touristen, die größtenteils in den umliegenden Hotels wohnen. Es werden alle möglichen Wasseraktivitäten und Tierbeobachtungen angeboten.

Im Dorf findet man noch einige verrostete Maschinenteile und Motoren, die als eine Art Denkmal stehen gelassen wurden, um an die Zeit zu erinnern, als hier eine ausländische Firma Raubbau an den tropischen Hölzern begangen hat.

Tortuguero Nationalpark

So 11.1.: Noch vor dem Frühstück schaue ich dieser fleißigen Schönheit beim Netzwerken zu:

Auch die Schmetterlinge sind schon aktiv:

Pünktlich 8:30 Uhr geht’s los zur ersten Bootstour des Tages. Wir starten mit einem kleinen Boot. Wir 9 Touris + unser Guide Gustavo und der Bootsführer.
Weit kommen wir nicht, denn schon winkt uns eine Faultiermama mit Baby vom Ufer aus freundlich zu:

Das Baby versteckt sich hinter Mamas Rücken und man sieht nur ab und zu mal ein Händchen (links am Rücken) 🤩

Ich glaube, hier gibt es keinen Tag ohne optische Highlights.

Silberreiher:

Kaiman:

Grüner Smaragdbasilisk:

Pachira Aquatica, eine Pflanze, deren Blüte u.a. zur Parfümherstellung verwendet wird:

Schlangenhalsvögel, deren Gefieder kein Fett enthält und die deshalb nach jeder Fischjagd ihre Flügel in der Sonne trocknen müssen:

Krabbenreiher:

Kahnschnabel:

Noch mehr Kaimane😁

Neugierige Schildkröten:

Und noch mehr (lachende) Kaimane 😜:

Eine tolle Bootstour!

Tortuguero

Noch vor dem Frühstück, 6:50 Uhr, starten wir gen Norden. Nachts hat es etwas geregnet und die Straßen sind naß. Gegen halb 9 stoppen wir an einem größeren Restaurant für das Frühstück. Hier müssen wir auch in einen großen Bus mit ca. 30 fein gekleideten amerikanischen Touristen umsteigen, die uns nur widerwillig Platz machen. Unterwegs „besuchen“ wir noch eine Bananenplantage. D.h. der Busfahrer fährt für eine Minute sehr langsam an einem Platz vorbei, wo Bananen exportfertig gemacht werden. Quasi ein Plantagenbesuch-Drive-Thru a la americana🤣

Gegen Mittag erreichen wir einen großen Bootsanleger, wo Touristen auf Boote umgeladen werden (deren Gepäck natürlich auch).

Dann geht es rein in die „senderos acuáticos“ – ein System von Wasserwegen, Flüssen, Kanälen im Nationalpark. Mit bis zu 40 km/h fahren wir anderthalb Stunden Richtung NNW nach Tortuguero. Das Dorf ist nur mit Boot oder Flugzeug erreichbar.

Unterwegs sehen wir ein faules Krokodil und viele Vögel.

Relativ trocken erreichen wir gegen 13 Uhr die „Pachira Lodge“, wo wir freundlich mit einem leckeren Willkommensgetränk begrüßt werden und erst einmal ausgiebig zu Mittag essen können, bis unsere Zimmer bezugsfertig sind.

Von der Karibikküste sind wir nur durch einen breiten Kanal und einen schmalen Landstreifen getrennt.

Der Regenwald zeigt sich schon mal von seiner namensgebenden Seite und lässt reichlich Nass von oben herab.

Dann beziehen wir unsere Zimmer auf dem weitläufigen Gelände. Den Weg zur Rezeption bzw. zum Restaurant muss man sich gut merken, wenn man unterwegs nicht den Krokodilen oder Pumas als Vorspeise dienen möchte 😁.
Die Zimmer in den Bungalows haben übrigens keine Klimaanlage, dafür aber auch keine Fensterscheiben. Nur ein Fliegengitter. Aber Vorhänge zum Zuziehen gibt es👍

Kurz vor 3 wollen wir zu einer Bootstour aufbrechen. Aber es schüttet wie aus Kübeln. Und es sieht auch nicht so aus, als würde es gleich wieder aufhören.

Unser Reiseleiter schlägt vor, dass wir versuchen, die Tour morgen zwischen die anderen Aktivitäten mit reinzuquetschen. Wir nehmen den Vorschlag dankend an🌧️

Urlaub könnte so schön sein, ohne diese ganzen Touristen und diese unkooperative Natur🤣

Und so langsam wird mir auch bewusst, dass mein Urlaub mit Riesenschritten seinem Ende entgegen geht 😔

Cacao Tour

Auf dem Weg zu unserem dritten Event für diesen Tag, der Cacao Tour, lacht uns noch dieses Faultier direkt an der Straße an:

Weiter geht es zum Tirimbina Regenwaldreservat. Auf unserer Tour zum Thema Kakao & Schokolade passieren wir die mit 260m längste Hängebrücke Costa Ricas.

Sie führt über den Sarapiqui-Fluss und im Regenwald können wir Kolibris, Tukane, Leguane und Schlangen beobachten.

Außerdem erfahren wir in einem Camp im Wald viel Wissenswertes zu den Kakaopflanzen und zum Getränk der Götter, der (Trink)Schokolade.
Der Kakaobaum stammt ursprünglich aus dem Amazonasgebiet und ist heute in weiten Teilen Mittel- und Südamerikas sowie Afrikas verbreitet.
Costa Rica produziert weniger als 1% des Kakaos weltweit und verliert davon noch einmal ca. 40% durch einen Pilz. Jetzt ist mir auch klar, warum Schokolade hier so teuer ist (ca. 16 bis 20 USD pro 100g). Unreife (da nicht gelb) Kakaoschoten am Baum:

Mit Pilz befallene Kakaoschote:

Die aus der reifen (gelben) Schote herausgelösten Bohnen…

… werden 7 Tage mit Zucker und Wasser in einem geschlossenen Behälter fermentiert und dann ca. 2 Wochen getrocknet. In diesem Zustand werden die dann exportiert, um beim Importeur geröstet und gemahlen zu werden, oder sie werden hier weiterverarbeitet. Wir mahlen heute geröstete Bohnen, …

… gießen sie mit heißem Wasser auf und trinken sie wahlweise mit Chilli, Vanille, Muskat, Pfeffer, gemahlenem Mais, Milchpulver, Zucker und/oder Rum. Ich teste mit Chilli, Vanille, Muskat und Rum😁

Zum Schluss gibt es noch Schokoladenmasse mit Ananas für uns.